

Mit Leidenschaft und Mut zum Traum

Tennis wurde mir in die Wiege gelegt. Mein Papa und mein englischer Opa waren beide Tennistrainer, mein Papa hat sogar in Amerika Tennis studiert. Kein Wunder also, dass ich schon mit drei Jahren mit ihm zum ersten Mal auf dem Platz stand – im Gerla Tennis Center, der heutigen Soccerhalle.
Mit neun Jahren war mein Traum ganz klar: Ich will Profi werden. Dafür habe ich unglaublich viel trainiert, oft schon vor der Schule – und meine Schule hat mich in Absprache für Turniere und Reisen freigestellt.
Aus diesem Traum wurde ein Weg quer durch Europa und um die ganze Welt. Mit zwölf war ich in ganz Europa unterwegs und habe ETA-Turniere (European Tennis Association) gespielt. Mit sechzehn wurde Tennis mein Vollzeitweg: Turniere haben mich rund um die Welt geführt, unter anderem nach Dubai, Südkorea, in die Dominikanische Republik, die Türkei, nach Belgien, Großbritannien und auf die Insel La Réunion.
Ich durfte so viele wunderschöne Länder bereisen, ihre Kulturen und ihr leckeres Essen kennenlernen und viele wunderbare Menschen treffen. Ich kann kaum in Worte fassen, was für eine Bereicherung dieses Leben für mich war. Diese Offenheit, Neugier und Herzlichkeit bringe ich heute jeden Tag mit auf den Platz.
All das war nur möglich, weil meine Mama die Tennisplätze, die Kegelbahnen und das Restaurant rund um die Uhr gewuppt hat. Meinen Papa und mich hat sie kaum gesehen – und on top kam noch all die Arbeit. Mein Fitnesstrainer, damals Handballer in der 1. Bundesliga und Ausbilder bei der Polizei, stand mir im Alter von 9 bis 20 Jahren zur Seite und tut es bis heute.
Nur mithilfe meiner ganzen Familie konnte ich meinem Traum und meinen Zielen nachgehen. Jetzt, als Mama, sehe ich, was ihr all die Jahre für mich geopfert und gegeben habt. Ich werde euch für immer von Herzen dankbar sein.
Mein Team
Mit der Zeit wurde mein Team immer größer: Fitnesstrainer, Masseur, mehrere Tennistrainer, Verbandstraining und in England Training bei der LTA – im selben Gebäude wie Andy und Jamie Murray und weitere Topspielerinnen und -spieler. Dazu kamen betreuende Ärzte, ein Motivationscoach, ein Manager, viele Fitnesstests, um das Maximale aus mir herauszuholen, Eisbäder und Tenniscamps. RTL hat mich damals begleitet und ein Video über mich gedreht.



Meine Zeitleiste
Meine besten Siege
Auf meinem Tennisweg habe ich gegen Spielerinnen gewonnen, die später auf der WTA-Tour erfolgreich waren:
- Mona Barthel – als Jugendliche bei einem deutschen Turnierspäter Nr. 23 der Welt · 4 WTA-Titel
- Carina Witthöft – Bree 2010später Nr. 48 der Welt · WTA-Titel Luxemburg 2017
- Katarzyna Kawa – Iława 2009später Nr. 112 im Einzel · Nr. 64 im Doppel
- Constance Sibille – Sunderland 2008später Nr. 265 der Welt
- Olga Brózda – Enschede 2010Nr. 135 im Doppel
- Lydia Steinbach – 1. Schwartau-Open 2010Nr. 262 im Einzel · Nr. 176 im Doppel
Gegen spätere Top-10-Spielerinnen
Ich durfte gegen Andrea Petković (ITF Hechingen 2006) und Julia Görges spielen – beide später Nr. 9 der Welt. Verloren, aber unvergessen: Solche Matches zeigen, was möglich ist.
Was mich der Sport gelehrt hat
Schon als Kind habe ich im Leistungssport erlebt, wie groß Gefühle sein können: Aufregung vor einem wichtigen Match, Enttäuschung nach einer Niederlage, Stolz nach einem Sieg. Ich weiß, wie wertvoll es ist, Menschen an seiner Seite zu haben, die einen dabei begleiten. Genau das möchte ich heute für Familien sein.
Besondere Erinnerungen
- Ein Drei-Satz-Krimi gegen Kiki Bertensspäter Nr. 4 der Welt
- Mit einer Wildcard beim 75.000-Dollar-Turnier in Dubai gegen Monica Niculescuspäter Nr. 28 der Welt
- Mein schönster Fanclub: meine Familie und mein Ehemann, der mich zu Turnieren und Punktspielen begleitet hat und den ich bei seinen Matches coachen durfte
Zu meinem Tennistraining in Bad Schwartau
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